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Feb 13
Englisch im Kindergarten - Pro Kontra

Englisch im Kindergarten – Pro Kontra

Englisch im Kindergarten wird immer beliebter. Doch welche Gründe sprechen eigentlich dagegen und welche dafür? Wir haben jeweils Pro und Kontra einer frühen Förderung von Englisch im Kindergarten argumentiert. Abschließend können Sie sich über diverse Links weiter zum Thema informieren.

Kontra

Kinder sollen Kinder sein

Die Kindergartenzeit sollte voller Spiel und Spaß sein und keine verschulte Einrichtung. Die Zeit für Kinder einfach “Kinder” zu sein wird immer knapper. Werden Kinder nicht mit einer zweiten Sprache überfordert und verschult? Nein! Wenn die neue Sprache immersiv in den Alltag der Kinder integriert wird, sind sie weder überfordert, noch werden sie vom freien Spielen abgehalten. Wichtig ist jedoch, keine Grammatik- oder Vokabel-Lektionen durchzuführen, sondern mit den Kindern auf Englisch zu kommunizieren und zu spielen. “Helikopter-Eltern” fördern ihre Kinder mit Ballet, Mandarin und Mathematikkursen lange bevor sie selber entscheiden können, worauf sie eigentlich Lust haben. So früh schon mit Leistungsdruck zu beginnen, kann bei Kindern Stress auslösen. Haben die Kinder jedoch die Möglichkeit, selbstbestimmt und in ihrem eigenen Tempo mit Englisch zu interagieren, haben sie Spaß daran. Denn Kinder lernen gerne und spielerisch!

Klassische Sprachkurse bringen eh nichts

Einmal wöchentlich 45 Minuten Englisch hat sich als nicht effizient erwiesen. Kinder nehmen Sprache in einem fremden, unnatürlichen Kontext völlig anders war. Kaum sind die neuen Worte gelernt, sind sie schon wieder vergessen. Der FMKS schreibt:

Die Kontaktzeit ist kurz […]. Sie ist ungleich kürzer, als wenn während der ganzen Öffnungszeit eine Fachkraft den Alltag mit den Kindern in der neuen Sprache verbringt. Außerdem ist „Unterricht“ im Kindergarten nicht altersgemäß. Die Einrichtung einer Spielgruppe ist eher eine künstliche Situation. In der Praxis läßt sich die Organisation von Spielgruppen neben dem Kita-Alltag auf Dauer schwer aufrechterhalten. Die Sprache ist immer aufbereitet – wenn auch spielerisch – und selten authentisch. Oftmals werden Kindergruppen für die Sprachstunde auseinandergerissen. Dies kann problematisch sein, denn alles, was von der Normalität abweicht, ruft leicht Abneigung hervor.[…] Diese Bedingungen führen dazu, dass bei durchschnittlichen Kindern kein Spracherwerb dabei herauskommen kann, der vergleichbar wäre mit Immersionslernen.”

Zusätzliche Belastung

Externe Sprachkurse für Kinder sind eine zusätzliche finanzielle Belastung. 45 Minunten wöchentlich kosten ab ca. 45€ im Monat. Dazu kommt der zeitliche Aufwand  um das Kind zum Kurs zu bringen und abzuholen. Bei einer 45-minütigen Einheit pro Woche ist das Sprachenlernen außerdem kaum effektiv.

Pro

Ideales Alter zum Sprachenlernen

Tatsächlich ist das Alter von drei bis sechs Jahren ideal, um Sprachen zu lernen. In diesem alter festigen sich auch die neuronalen Vernetzungen der Muttersprache und das Gehirn hat noch viel Plastizität um weitere Sprachen zu lernen. Ähnlich funktioniert das auch bei “natürlich” bilingual aufwachsenden Kinder, deren Vater beispielsweise Englisch und Mutter Deutsch spricht. Wichtig ist hier jedoch das “Eine-Person-eine-Sprache”-Prinzip. Kinder sind dann keineswegs überfordert, sondern werden ganz natürlich gefördert.

Ungezwungene Atmosphäre

Solange die Englisch ins Alltagsleben eingebettet ist und nicht mit starrem Grammatik- oder Vokabellernen gepaukt wird, können Kinder sich ganz entspannt auf die neue Sprache einlassen. Immersionslernen ist hier der Schlüsselbegriff. Kinder lernen die neue Sprache nicht als “Unterrichtssprache”, sondern als Werkzeug und lernen damit intuitiv umzugehen.

Fließender Übergang in der Schule

Seit 2009 wird Englisch in den meisten Bundesländern bereits ab der ersten oder dritten Klasse unterrichtet. Wählt man Englisch als erste Fremdsprache, kann auch nach der Kindergartenzeit eine kontinuierliche Förderung ohne zusätzlichen Aufwand gewährleistet werden. Zahlreiche Studien und Forschungen zu Kindern aus englisch-deutschen Kitas belegen einen enormen Lernprozess im Englischen in den ersten Grundschuljahren.

Englisch wird Alltag

Wenn Kinder mit Spaß und Spiel an die neue Sprache herangeführt werden, entwickelt sich eine positive Einstellung gegenüber dem Englisch. Ohne Angst, Fehler zu machen oder schlechte Noten zu erhalten, können sie ganz unverkrampft lernen. Vor allem das freie Sprechen, welches in der Schule häufig zu kurz kommt, kann hier ohne Druck ausprobiert und geschult werden. Mehr dazu hier.

Akzentfreies Sprechen

Im Kindergarten und vermittelt durch Muttersprachler erfolgt der erste Sprachkontakt jedoch natürlich, spielerisch und frei von Druck – und nicht verpackt als “Unterricht”. Auf diese Weise fällt nicht nur der spätere Englischunterricht in der Schule leichter. Es führt auch zu einer größeren Chance, Englisch akzentfrei zu erlernen!

Kulturelle und soziale Bereicherung

Spracherwerb ist immer auch Sozialisation. Verhaltensnormen, Gepflogenheiten und Konzepte werden durch Sprache von einer Generation zur nächsten transportiert und bilden das, was wir als ‘unsere Kultur’ bezeichnen. Kontakte mit einer anderen Sprache sind Kontakte mit einer anderen Kultur. Je früher, persönlicher und intensiver dieser Kontakt ist, desto selbstverständlicher ist der Umgang mit der Kultur – und mit anderen Kulturen. Muttersprachler im Kindergarten bringen ebenso ihr eigene kulturellen Hintergründe und Geschichten mit – sei es aus Großbritannien, den USA oder Südafrika.

Weitere Links:

http://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/kleinkind-entwicklung-foerdern/art/tipp/englisch-im-kindergarten-pro-und-contra0.html

http://www.familothek.de/fruehenglisch-pro-und-contra.html

http://www.knickbein.de/img/pdf_2006-0/Englisch_im_Kindi.pdf

http://www.zeit.de/2012/16/C-SCHULE-Englisch-Grundschule

http://www.gruenschnabel.at/familienalltag/kinderbetreuung/englisch-im-kindergarten-pro-und-contra/

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article113327766/Jedes-Kind-lernt-gerne-aber-nur-ohne-Druck.html

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Englisch im Kindergarten - Pro Kontra

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